Author: FAUDU

Unsere Rede zum ersten Mai 2025 in Dortmund

Wir hoffen es hatten alle einen wunderbaren und kämpferischen Ersten Mai. Die FAU Ruhr war mit einem Stand in Dortmund beim Stadtteilfest am Union Salon und die Stimmung und auch die vielen Gespräche waren super. Danke dafür! Kleiner Wermutstropfen war lediglich, dass unsere fertige Erste-Mai-Rede wegen zu vollem Programm doch nicht gehalten werden konnte. Somit veröffentlichen wir diese hier für euch:

Eine stetige Erhöhung des Arbeitstempos plus kaum vorhandene Schutzkleidung und Sicherung führen dazu, dass es vorkommt, dass Arbeiter:innen bei der Produktion von Mähmaschinen ihre Finger oder ganze Gliedmaßen verlieren. Neben dem schnellen Tempo und fehlender Sicherung ist die Erschöpfung ein großer Faktor der Arbeitsunfälle, wenn 10 bis 12 Stunden am Tag gearbeitet wird.

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Tarifverhandlungen öffentlicher Dienst: Schluss mit dem Schonwaschgang!

Potsdam/Gelsenkirchen: Nach der zweiten Verhandlungsrunde zwischen der Gewerkschaft Verdi und dem Arbeitgeberverband VKA um den Tarifvertrag öffentlicher Dienst „TVöD“ zeichnet sich eine totale Blockadehaltung der Arbeitgeber ab. Wie die Verdi in ihrer Übersicht gut darstellt, hat die Arbeitgeberseite kein Entgegenkommen gezeigt. Zeitgleich waren sich die Bosse nicht zu schade, eine absurd lange Vertragslaufzeit von 36 Monaten vorzuschlagen. 

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FAU Ruhr beim dritten Rat von Unten in Bochum

Der Rat von Unten hat sich als Format etabliert, auf dem Bochumer Initiativen frei diskutieren und konkrete Vorhaben gemeinsam planen und umsetzen können.

Kritik am Parlamentarismus

Beim dritten Rat von Unten am 25. Januar hatte auch die FAU Ruhr Gelegenheit, sich im Rahmen eines Thementischs vor- und zur Diskussion zu stellen. Das übergeordnete Thema war die anstehende Kommunalwahl in Bochum und NRW im September, zu dem wir mit der klaren Parlamentarismuskritik, für die unsere syndikalistische Organisationsform steht, Position beziehen konnten.

Einige Teilnehmenden des Rates von Unten blieben strukturell in der Parteipolitik und Repräsentation verhaftet, das zeigten manche Diskussionsverläufe deutlich auf. So folgte der Kritik am Werdegang der einen (grünen) Partei in einem Wortbeitrag unmittelbar die Würdigung einer anderen (linken) Partei, die von der Kritik ausgenommen sei und Dinge doch gut mache; fast als gäbe es grundlegende strukturelle Unterschiede zwischen beiden Organisationen und so als wären sie nicht den gleichen Sachzwängen und Funktionslogiken unterworfen.

Eine deutliche Mehrheit der Initiativen stand jedoch klar dafür ein, Parteipolitik und Vertrauen in staatliche Strukturen hinter sich zu lassen, um nicht nur faschistische Gefahren zu bekämpfen, sondern trotz Kapitalismus radikaldemokratische alternative Strukturen aufzubauen.

FAU als kritische Alternative

In diesem Kontext konnte auch die FAU Ruhr eine kritische basisdemokratische Alternative vorstellen und unter der Überschrift „Demokratische Arbeitskämpfe“ ihre Organisationsform und ihre Vorstellungen zur Diskussion stellen. Einigkeit bestand unter den rund zehn diskutierenden Personen, dass die Arbeitswelt eines der wichtigsten Felder für den Kampf um eine bessere Welt sei.

Vom Syndikalismus über die Konföderation bis zum imperativen Mandat teilten wir einen breiten Überblick der Binnenorganisation der FAU. Nachfragen betrafen insbesondere spezifische Branchen und deren Vernetzungen und die Möglichkeiten zur Mitarbeit in der FAU.

Der nächste Rat von Unten soll bereits im April stattfinden. Wir freuen uns, dieses Format auch weiterhin kritisch und konstruktiv zu begleiten und danken allen Anwesenden für die spannenden Diskussionen und der „Rat von Unten“-Orga für die intensive Vorbereitung und tolle Durchführung.

TVöD-Tarifrunde 2025: FAU Ruhr ruft Mitglieder zur solidarischen Beteiligung auf

Die drei Lohntarifverträge für den öffentlichen Dienst sind Ende 2024 ausgelaufen. Seit Januar 2025 stehen nun Verhandlungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern an. Die Ergebnisse der Verhandlungen gelten dann für Menschen die im öffentlichen Dienst arbeiten (einschließlich Praktikant:innen, Auszubildende und Studierende) z.B. in Kommunalverwaltungen, bei der Bundesagentur für Arbeit, der Renten- und Unfallversicherung, der kommunalen Versorgungsbetriebe (Stadtwerke) und des kommunalen Nahverkehrs (ÖPNV).

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Theaterbranche – gesprengte Kettenbefristung?

Tarifkampf an den Theatern. Der Normalvertrag („NV“) Bühne wurde von Gewerkschaftsseite (GDBA, also „Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger und BFFS, also „Bundesverband Schauspiel“) gekündigt und läuft damit zum 31. Dezember 2024 aus. Gegenseite bzw. Sozialgegner ist der Deutsche Bühnenverein. Verhandlungen sind für den 23. Und 24.09.24 angesetzt.

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FAU Ruhr beim Rat von Unten

Der Wunsch nach Organisation und basisdemokratischen Politikangeboten ist anhaltend hoch: Am vergangenen Wochenende sind wir als FAU Ruhrgebiet der Einladung der Initiative Demokratischer Konföderalismus zum Rat von Unten in Bochum gefolgt. Das Ziel:

Einen langfristigen Ort schaffen, an dem wir unsere Visionen einer demokratischen Selbstverwaltung miteinander teilen können, einen Ort, an dem wir zusammenkommen, um uns besser kennenzulernen, lebhaft zu diskutieren, uns zu vernetzen und Kräfte zu bündeln.

In spannenden Gesprächsrunden konnten wir miterleben, wie viel kämpferisches Potenzial im Ruhrgebiet steckt, weit über Wahlkampfgetöse und Bitten an die Politik hinaus. Der IDK gebührt unser herzlicher Dank für die gelungene Organsation der Veranstaltung.

Antifaschismus bleibt Handarbeit und somit wollen wir unsere Kooperationen mit lokalen Organisationen weiter ausbauen. Einfach wird das nicht sein, aber wir haben die Mittel und Methoden, um es möglich zu machen.

Ihr wollt Teil davon werden oder mit uns über die Ideen dazu sprechen? Dann kommt doch zu unseren FAU-Cafés in Dortmund und Duisburg oder zum FAU-Stand beim Anarchistischen Parkfest in Dortmund.

Termine der FAU im Sommer 2024

01 Aug.

Dortmund: FAU-Café und Gewerkschaftliche Erstberatung

01.08.2024    
18:00 - 19:30
Das FAU-Café ist die Gelegenheit für Interessierte und Mitglieder der Basisgewerkschaft FAU sich kennenzulernen und auszutauschen. Daneben bieten wir auch unsere gewerkschaftliche Erstberatung bei Problemen [...]
Bochum: FAU Ruhrgebiet beim 3. Initiativenflohmarkt

Bochum: FAU Ruhrgebiet beim 3. Initiativenflohmarkt

03.08.2024    
16:00 - 20:00
Die FAU Ruhrgebiet nimmt am 3. Initiativenflohmarkt in Bochum teil. Kommt an unseren Stand und lernt uns kennen!   Offizielle Ankündigung (Quelle): Bereits zum dritten [...]
09 Aug.

Duisburg: FAU-Café und Gewerkschaftliche Erstberatung

09.08.2024    
18:00 - 20:00
Das FAU-Café ist die Gelegenheit für Interessierte und Mitglieder der Basisgewerkschaft FAU sich kennenzulernen und auszutauschen. Daneben bieten wir auch unsere gewerkschaftliche Erstberatung bei Problemen [...]
24 Aug.

Soliparty: Eine gemischte Tüte Solidarität

24.08.2024 - 25.08.2024    
22:00 - 6:00
Soliparty für die anarchosyndikalistische Gewerkschaft FAU Dresden gegen Rechtsruck Danzt auf zwei über krassen floors zu Musik aus diversen Genres (Dark Wave, Groove & Etheral [...]

Der 1. Mai im Ruhrgebiet

Ein Gedankenspiel: Was, wenn der 1. Mai 2024 die letzte Gelegenheit gewesen wäre, um vernehmbar für die Rechte der internationalen Arbeiter*innenklasse einzutreten? Er wäre sang- und klanglos verklungen.

Der 1. Mai 2024 war für viele aus der FAU Ruhr ein Tag der gemischten Gefühle: Da war die DGB-Latschdemo in Dortmund mit Revoluzzer-Mackergehabe, ritualisierten Sprechchören, asynchronem Getrommel und insgesamt eher befremdlichem Charakter. Ein Teilnehmer:

Ich bin fast sicher: Niemand ging hiervon heim mit dem Gedanken: Damit haben wir etwas für die soziale Revolution getan. Noch ein paar solcher Demos, dann sind wir frei.

Nebenan in Duisburg fanden sich auf der Gewerkschaftsdemo immerhin zwanzig Personen, darunter auch Leute, die unseretwegen gekommen sind und sich uns angeschlossen haben. Von denen sind die meisten mit ins Syntopia gekommen, um sich über die FAU zu informieren.

Auch in Dortmund fand der angenehmere Part nach der Demo statt, nämlich auf dem wunderbaren Stadtteilfest im Union Salon: Einladend, vielfältig, manchmal laut, manchmal leise, mit echter Basisarbeit im Gespräch am Infostand und dem von vielen geteilten Eindruck: So fühlt sich das richtig an.

Einer der Organisierenden:

Es waren dreihundert bis fünfhundert Menschen da. Davon sicher so um die zweihundert Leute außerhalb der linken Szene, sehr viele Kinder und Familien. Wir sind seit einem halben Jahr dabei in unserer Nachbarschaft mit dem Raum zu wirken – das ist ein absoluter Meilenstein für unsere Basisarbeit.

Uns bestärkt das darin, am 1. Mai ganz besonders und im Rest des Jahres auch den Schwerpunkt unserer Arbeit mit genau diesem Fokus zu versehen: Gegenmacht von unten tatsächlich zu organisieren und nicht nur lautstark zu bekunden, dass man das tue.

Öffentlicher Dienst – Arbeitskampf beendet?

Ende April hat sich die Verdi mit dem Arbeitgeberverband VKA geeinigt. Für den Tarifvertrag öffentlicher Dienst „TVöD“ sollen Lohnerhöhungen mit einem Sockelbetrag von 340 € umgesetzt werden, allerdings eingebunden in eine lange Laufzeit von 24 Monaten und wirksam erst ab März 2024. Vorher soll eine gestückelte Auszahlung des „Inflationsausgleiches“ (3000 € steuerfrei) uns und unsere Kolleg*innen abspeisen. Die Arbeitgeber sparen sich mit diesem Kniff unter Anderem Sozialabgaben, die uns später bei der Rente fehlen werden. Medial begleitet wurde dieser Kompromiss von einer einseitigen Berichterstattung zum Vorteil der Arbeitgeber. In Zeitung und Nachrichtensendungen hieß es, dass das Land im Angesicht der Warn(!)streiks kurz vorm Zusammenbruch stehe, die Auswikungen unzumutbar wären und ohnehin alle Arbeiter*innen aus Egoismus streiken würden. Dieser abentuerlichen Sicht auf den Arbeitskampf wollen wir ausdrücklich wiedersprechen.
Es war hinsichtlich der Auswirkung des Streiks nur ein Vorgeschmack auf das, wozu wir Arbeiter*innen fähig sind. Wir handeln dabei nicht aus Egoismus, sondern aus Solidarität! Selbst Verbesserungen in Teilbereichen des Lebens können anderen Menschen Mut machen und unsere zukünftige Verhandlungsmacht stärken.

Wir als FAU haben uns an den zurückliegenden Streiks und Aktionen beteiligt- aber nicht, um wieder einmal einen schlechten Kompromiss mit Reallohnverlust zu „erkämpfen“. Die Verhandlungsergebnisse sind nicht ausreichend und wir sind davon überzeugt, dass der Kampfeswille bei den Kolleg*innen eine angemessen harte Auseinandersetzung für bessere Löhne und Arbeitsbedingungen ermöglicht hätte. Die Zeit, um substantielle Verbesserungen in den Betrieben zu erkämpfen ist jetzt! Besser heute als Morgen muss kämpferisch die Vier-Tage-Woche durchgesetzt werden. Es muss Lohnerhöhungen geben, die unsere Existenz sichern und es müssen Schritte ergriffen werden, um die Betriebe in Selbstverwaltung zu übernehmen. Wir stehen an der Seite unserer Kolleg*innen, egal ob- und wo sie gewerkschaftlich organisiert sind. Die wirklichen Verbesserungen, die wir hier skizzieren, wird es aber nur mit einer kämpferischen Basisgewerkschaft geben.

Die Abstimmung über das Ergebnis bei der Verdi laufen noch bis zum 12. Mai. Schickt diesen Text also gerne an noch untentschlossende Kolleg*innen. Zusammen können wir weiterkämpfen, es liegt an euch.

Solidarische Grüße
die FAU Duisburg/Ruhrgebiet

Der 1. Mai 2023 im Ruhrgebiet

Duisburg

1.Mai mit „Hochfeld Solidarisch“ und der FAU im Syntopia

Verbringt den 1.Mai mit uns im und ums Syntopia. Fahrt vormittags mit uns gemeinsam zur Gewerkschftsdemo nach Hamborn und/oder schaut ab 14 Uhr im Syntopia vorbei.

Wir treffen uns um 10 Uhr am Syntopia und fahren gemeinsam mit der Straßenbahn zur Gewerkschaftsdemo in Hamborn. Schließt euch gerne an und lasst uns gemeinsam auf die Straße gehen!

Ab 14 Uhr ist die Tür des Syntopias dann geöffnet. Die Basisgewerkschaft FAU und die Stadtteilgruppe „Hochfeld Solidarisch“ stellen sich in kurzen Vorträgen vor (um 16 Uhr). Euch erwarten Infostände und ein Büchertisch. Tauscht euch mit uns bei Kuchen, Kaffee und Kaltgetränken aus.

Für einen kämpferischen Tag der Arbeiter*innenbewegung, – gerade in Zeiten von Krise, Teuerungen und des sozialen Kahlschlags! Für eine starke soziale Bewegung von unten!

Programm

10 Uhr: Treffpunkt am Syntopia zur gemeinsamen Fahrt zur 1. Mai Demo in Hamborn
10:18 Uhr 903 von Pauluskirche, Zustiegmöglichkeit um 10:26 Uhr am HBF

11 Uhr: Gemeinsame Teilnahme an der 1. Mai Demonstration, Hamborn Rathaus
Ihr findet uns bei den schwarz-roten Fahnen

14-18 Uhr: 1. Mai Get-together im und ums Syntopia.
Mit Infoständen und Büchertisch, Kaffee, Kuchen und Kaltgetränken.

16 Uhr: Die Basisgewerkschaft FAU und die Stadtteilgruppe „Hochfeld Solidarisch“ stellen sich in kurzen Vorträgen vor.